NUR DIE STARKEN FAMILIEN SCHAFFEN DAS - Generationswechsel im Familienunternehmen - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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NUR DIE STARKEN FAMILIEN SCHAFFEN DAS – Generationswechsel im Familienunternehmen

NUR DIE STARKEN FAMILIEN SCHAFFEN DAS – Generationswechsel im Familienunternehmen

Typische Szene eines Familienunternehmens: Der Familienunternehmer, Senior oder auch Patriarch (Mitte 70) erzählt, dass er sich mit seinem Nachfolger, Sohn oder Externer (Ende 40) in einer gleitenden Unternehmensübergabe befindet – Rallye Monte Carlo geht anders! Denn dieser Prozess der Nachfolgeregelung dauert erfahrungsgemäß Jahre und kann im ungünstigsten Fall erst durch den Tod des Alten abgeschlossen werden. Das sollten sich alle Unternehmer bewusst machen, bevor sie eine der wohl wichtigsten und tief greifendsten Entscheidungen ihres Lebens und ihres Unternehmens auf die lange Bank schieben. Gerade in Familienunternehmen in denen der Nachfolger quasi auf dem Tablett serviert und präpariert wird, sollte dieser Schritt rechtzeitig eingeleitet werden.

Nachfolgewelle rollt über den deutschen Mittelstand hinweg

In Deutschland sind momentan fast 1,5 Millionen mittelständische Unternehmer älter als 55 Jahre und müssen sich daher bald mit der Nachfolgeregelung auseinander setzen. Jeder 10. Unternehmer wird zum persönlich geplanten Geschäftsübergabetag beinahe 80 Jahre (ACHTZIG !) alt sein.
Ca. 500.000 Firmeninhaber streben laut einer KfW-Mittelstandsstudie bis 2022 einen Generationswechsel an. Für 100.000 dieser Unternehmer steht gar ein Wechsel bis Ende 2019 an, obwohl ein geeigneter Nachfolger noch nicht gefunden ist!
Da fragen wir uns mit Recht, was soll das? Warum haben die sogenannten Unternehmer nicht rechtzeitig etwas unternommen? Wieso tut sich der Patriarch so schwer, von Macht und Einfluss, von Verantwortung und Pflichterfüllung abzurücken?
Macht sich der Unternehmer nicht bewusst, dass eine ungeklärte Nachfolgeregelung immer mit einer Investitionsbremse einhergeht? Warum investieren, wenn ich gar nicht weiß, wie es mit meinem Unternehmen weitergehen wird? Doch wer weniger investiert, riskiert Rückschritte zumindest aber Stillstand. Ist allerdings die Nachfolge geklärt, steigt das Investbudget wieder an. Dies zeigt, dass das Nachfolgethema für deutsche Unternehmen eine große Herausforderung darstellt.
Familieninterne Lösungen sind bei der Übergabe an die nächste Generation ein probates Mittel, lassen sich aber nicht immer umsetzen!
Von den über 100.000 Unternehmensnachfolgen p.a. in Deutschland erfolgen etwa 20% aufgrund von Krankheit und Tod. Bei mindestes 15% aller Unternehmen führen ungeklärte Regelungen zur Liquidation oder Insolvenz. Erfahrungsgemäß sind mindestens 50% der Familienunternehmen mit einem Umsatz größer 10 Mio. € nicht angemessen auf die Nachfolge innerhalb der Familie, mit externen Nachfolgern oder auf den Verkauf vorbereitet.

Wie kann Generationswechsel innerhalb der Familie klappen?

Ob der Generationswechsel innerhalb der eigenen Familie funktioniert, hängt weitestgehend von der Unternehmerfamilie ab! Das heißt nichts anderes als dass die Familiennachfolge sowohl von Vorteil als auch von Nachteil sein kann. Eine Familie in Frieden und Harmonie ist das Beste, was ein Unternehmen haben kann. Eine Familie in Streit und Disharmonie ist das Schlimmste, was ein Unternehmen haben kann. Deshalb gilt: Eine starke Familie = ein starkes Unternehmen! Konflikte welcher Art auch immer innerhalb der Unternehmerfamilien führt zwangsläufig zu negativen Entwicklungen, finanziellen Verlusten, schlechter Außenwirkung und Verunsicherung bei den Mitarbeitern.
Nun kann innerhalb einer Familie natürlich nicht Meinungsgleichheit und Harmonie „auf Deibel komm raus“ erzwungen werden, aber respektvoller Umgang, Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen und unterschiedlicher Arbeitsansätze sowie ein angemessener Umgangston sollten selbstverständlich sein. Beide Seiten müssen den Wunsch nach Erhalt und Weiterführung des Unternehmens mit allen Sinnen und Kräften wollen und anstreben. Nur wenn das gegeben ist, kann die schwierige Aufgabe der Übergabe innerhalb der Familie funktionieren. Nur dann kann dieser Übergang umfassend geplant und geregelt werden und ohne Gefährdung für das Unternehmen und ohne Belastung für die familiären Beziehungen umgesetzt werden.
Bei der praktischen Auseinandersetzung mit der Planung und Gestaltung des Führungswechsels dominieren zumeist juristische und steuerrechtliche Fragen, die zweifelsohne für die Unternehmenssicherung von großer Bedeutung sind. Allerdings sind es fast immer persönliche und psychologische Faktoren, die die Gestaltung und das Gelingen des Führungswechsels entscheidend beeinflussen, hierüber will oder kann aber kaum jemand sprechen.

Die Starken sind überlegen

Die starken Familien gehen professionell mit dem Thema des Generationswechsels um. Sie ziehen die Konsequenzen aus den biologischen Gegebenheiten überlegt und frühzeitig, sie wägen das Für und Wider ab und sehen sich beidseitig als Nehmender und Gebender. Niemand hält sich für unersetzlich und unangreifbar, gar für einzigartig. Die Beurteilung der potentiellen Nachfolger innerhalb der Familie erfolgt realistisch und frei von persönlichen Mimösitäten. Der Senior definiert sich nicht allein über die Arbeit in der Firma. Er leidet nicht unter dem geplanten Machtwechsel, er redet offen über seine Stärken und Schwächen, Sorgen und Ängste und vor allem über das Ende seiner Zeit im Unternehmen. Er schaut sich nach einem anderen Alltagsschwerpunkt um. Eine gute und erfüllte Partnerschaft, ein ausfüllendes Hobby etc. können hierbei eine entscheidende Rolle spielen.

Der Nachfolger geht emphatisch mit den Worten und Gedanken des abgebenden Unternehmers um.
Er baut auf den bestehenden Werten auf, bringt aber auch geschickt Innovation und neue Ideen ein. Er lebt Visionen, seine Ideen und versucht auf dem Weg der Umsetzung nicht das gesamte Porzellan zu zerschlagen.
Beide Seiten wissen, dass bestehende oder auch schwelende Familienprobleme und sich verselbständigende Dynamiken ganz schnell zu großen Konflikten führen werden.
Bekanntermaßen scheitern über 80% bereits erfolgter Nachfolgeregelungen noch Jahre später an ungeklärten emotionalen Konflikten innerhalb der Familie. Starke Familien nehmen sich daher einen externen Berater oder Moderator an ihre Seite, der bestehende Konflikte gemeinsam mit der Familie aufarbeitet und alle Beteiligten bei den Veränderungen sowie beim Nachfolgecoaching unterstützt.
Rollen werden neu verteilt, Termine werden datiert, Verantwortungsbereiche neu definiert, Finanzielles wird einvernehmlich geregelt und getroffene Vereinbarungen werden in ihrer Umsetzung begleitet.
Der Generationswechsel im Unternehmen ist unausweichlich, aber er ist schön für beide Seiten. Er kann dem gesamten Unternehmen eine neue Ausrichtung geben und das Lebenswerk der vorangegangenen und jetzigen Generation weiterleben lassen. Eine neue Mission auf dem Weg zu einer neuen Vision.

Alles kann so einfach sein

Ja, alles kann so einfach sein. Es muss nur gewollt sein! -Nein, jetzt aber einmal ehrlich.
Natürlich ist das nicht einfach, natürlich wird es niemals ganz reibungslos laufen. Natürlich werden sowohl Senior als auch Junior, egal ob in der männlichen oder weiblichen Version, regelmäßig an die eigenen Grenzen und an die Grenzen des anderen kommen. Aber solange die Schnittmenge und die Bereitschaft zur Kooperation groß genug und der Wunsch zur Fortführung des Unternehmens als Familienunternehmen riesig ist, wird es funktionieren.
Starke Familien schaffen starke Unternehmen! Starke Familien halten zusammen und stärken und unterstützen sich gegenseitig. Starke Familien schaffen etwas Großes und teilweise Einzigartiges! Denkt darüber nach und nehmt es in Angriff! Es lohnt in jedem Fall!