Kein Wandel ohne Krisen - Vor dem Wandel eines Familienunternehmens braucht es die schonungslose Ehrlichkeit! - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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Kein Wandel ohne Krisen – Vor dem Wandel eines Familienunternehmens braucht es die schonungslose Ehrlichkeit!

Kein Wandel ohne Krisen – Vor dem Wandel eines Familienunternehmens braucht es die schonungslose Ehrlichkeit!

Krise – Warum?
Hast du dir als Unternehmer oder Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens schon einmal ernsthafte Gedanken über eine mögliche Unternehmenskrise gemacht? Fürchtest du sie gar oder hat die Krise dein Unternehmen bereits erreicht!?
Wenn ja, dann musst du dir die Frage nach dem WARUM stellen. Und hier bedarf es der schonungslosen Ehrlichkeit. Hier nützt es nicht mehr Etwas „schön zu reden“ oder zu „vertuschen“. Nur eine ehrliche Aufarbeitung soweit wie möglich kann Hilfe bringen und bereitet dich auf den unabdingbaren Wandel vor. Der erste Aspekt muss es sein, zu erkennen, dass eine Krise häufig die Folge von mangelnder Anpassung und nicht erfolgter Veränderungen ist. Oftmals ist der Veränderungsbedarf erkannt und bleibt dennoch aus. Oftmals bedarf es erst der handfesten Krise, um Wandlungsprozesse wie z.B. Übertragung von Verantwortung an die nachfolgende Generation, einzuleiten. Also kein Wandel ohne Krise – müsste aber nicht sein! Wandel ist immer möglich.

Anzeichen für eine Krise
Hierzu müssen die Anzeichen der Krise rechtzeitig erkannt werden. Oftmals sind sie offensichtlicher als die Verantwortlichen im Unternehmen, die Banken und die Gläubiger offen ansprechen. Oftmals wird viel zu lange drumherum geredet und spekuliert, bevor gehandelt wird. Offensichtlichste Anzeichen werden ignoriert, oftmals bis es zu spät ist und das Unternehmen von der Krise in die Insolvenz schlittert. Hier ist es dann für die Unternehmenssanierumg einschließlich des Wandels zu spät. Warum haben die Beteiligten sich nicht frühzeitig und ehrlich mit der Thematik beschäftigt. Natürlich, weil wir vor den unangenehmen Dingen gerne die Augen verschließen. Aber nun müssen wir uns die Frage stellen, wann beginnt die Krise eigentlich? Ja, genau dann, wenn du als Inhaber oder Geschäftsführer mit den Ergebnissen der eigenen oder der Arbeit der Mitarbeiter nicht mehr zufrieden bist. Die Krise spitzt sich dann zu, wenn die Bilanzen nicht mehr stimmen, wenn die Auftragslage rückläufig ist, wenn erste Mitarbeiter Unzufriedenheit ausdrücken oder gar kündigen. Wenn die Kosten steigen ohne höheren Ertrag, wenn der Warenbestand überaltert und zu hoch ist und dann, wenn Scheinbilanzen auftauchen und die Bücher manipuliert werden bis hin zu gefälschten Bilanzen und anderen Lügen. All dies sind Tatbestände, die in kriselnden Unternehmen stattfinden je nachdem wie weit die kritische Situation bereits fortgeschritten ist.

Ehrlichkeit zum richtigen Zeitpunkt
Und nun machen wir uns nichts vor, in Familienunternehmen, in denen der Geschäftsführer oft auch Inhaber, Mitinhaber und Gründer ist, wird mit allen Mitteln versucht, die Krise zu vertuschen, um einen notwendigen Wandel, der auch vor dem Sessel des Chefs nicht halt macht, zu umgehen. Natürlich läuft der Prozess in Schritten ab, Augen werden gerne verschlossen.
Wirtschaftsprüfungsunternehmen und Steuerberatungsgesllschaften haben Untersuchungen erhoben die zeigen, dass mehr als die Hälfte kleiner mittelständischer Familienunternehmen unterschiedlichster Branchen von mindestens einem Insolvenzkriterium wie Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung betroffen ist und häufig die persönliche Haftung des Inhabers bereits eingetreten ist.
Es gibt weitaus mehr Krisen als bekannt. Denn durch bzw. trotz Verdrängung, Verschleppung, Verharmlosung, Verheimlichung von Notlagen können Unternehmen oftmals noch viele Jahre existieren. Hier werden dann alle möglichen Reserven aufgebraucht, alle erdenklichen Geldquellen angezapft, die dann am Ende für die erforderliche Sanierung fehlen. Aber das Stopfen von Löchern ist keine Lösung, im Gegenteil, im Familienunternehmen werden in der Regel bis zur Einleitung von Sanierungsmaßnahmen alle privaten Mittel (Anlagen, Bargeld, Immobilien) ausgeschöpft, um das Schlimmste zu verhindern. Diese Vogelstraußmethode führt gerne nicht nur zum wirtschaftlichen, sondern auch zum persönlichen Bankrott. Ein Fünkchen Ehrlichkeit zum richtigen Zeitpunkt kann für manchen Unternehmen die Rettung sein.
In Familienunternehmen kann zusätzlich zu Kreditlinien oder anderen Fremdfinanzierungen einfacher – „durch Gesellschafterbeschluss“ – auf privates Vermögen, Lebensversicherungen oder Immobilien etc. zugegriffen werden, bis alles aufgebraucht ist. Die Folgeschäden der vermeidlichen Rettungsversuche sind schlimmer als die eigentliche Unternehmenskrise. Unternehmer, die ohne jegliche Reserven und Altersversorgung dastehen, wenn dann endlich versucht wird das Unternehmen zu retten, sind keine Seltenheit. Die Sanierung des Unternehmens ist dann schon deshalb zwingend erforderlich.

Oftmals sind auch die übrigen Familienmitglieder und deren Anhang betroffen. Aus der Krise des Familienunternehmens wird dann ganz schnell eine private und persönliche Krise der Familie. Existenzsorgen und Streitereien sind dann ganz schnell die Folge. Die Angst vor finanziellem Ruin, der Verlust des eigenen Lebenswerkes, die Angst zu Scheitern und der Schaden für das Ansehen der Familie sollten genügen, um rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Warum erfolgt der Wandel oft viel zu spät, warum besteht erst mitten in der Krise Handlungsbedarf, warum werden die Augen so gerne verschlossen? Wir dürfen nicht das Herz und die Emotionen entscheiden lassen, wenn uns der gesunde Menschenverstand sagt, was wir eigentlich tun müssen. Bitte nicht die Augen verschließen, sondern ehrlich sein und handeln.

Wann genau startet nun die Krise und wann wird sie unerträglich?
In Familienunternehmen ist in der Regel der Senior der führende Geschäftsführer und der duldet meist keine weitere Instanz neben sich, die ihn mit unternehmerischer Erfahrung und Branchenkenntnisse bei Analyse und Entscheidungsfindung innerhalb des Unternehmens unterstützt. Fälschlicherweise glauben viel Unternehmer, dass Unternehmenskrisen innerhalb der Familie gelöst werden können. Hierbei vergessen sie gerne, dass die Familie damit überfordert ist.
Ein Externer geht natürlich mit viel weniger emotionaler Betroffenheit und mit weitaus größeren und objektiveren Abstand an die Ist-Situation. Von anderen Familienmitglieder, die noch nicht im eigentlichen Entscheidungszentrum stehen, lässt sich der Chef auch ungern reinreden. Hier spielen auch Streitereien, verletzte Gefühle, Interessenskonflikte innerhalb der Familie, Enttäuschungen etc. eine große Rolle. Gern tritt der Chef als Patriarch auf, der das Sagen hat und unbedingt das letzte Wort. Somit löst er gerne auf seine Weise die Probleme innerhalb der Familie ohne auf aussenstehende Hilfe zu vertrauen. Fälschlicherweise glauben viele Unternehmer, dass Unternehmenskrisen innerhalb der Familie gelöst werden können. Alle Beteiligten geraten dadurch in eine eigene Konfliktsituation und können sich schwer aus diesem Teufelskreis befreien. Auch der Firmenchef ist meist psychisch und auch physisch überfordert, so dass sehr schnell neue Probleme auf menschlicher Ebene hinzukommen. Wer sagt „ihm“ was er tun muss, er hat doch immer alles alleine entschieden?
Die „Verschleppung“ der Krise und das Ausbleiben der notwendigen Veränderungen, ist oft auch der Leitungsfähigkeit geschuldet – und wer sagt ihm oder ihr, dass er oder sie es nicht mehr alleine schaffen kann ? Die Folge ist eine hohe Anzahl beratungsresistenter Menschen an der Spitze von Unternehmen in der Krise. Sie wissen um alle Probleme, aber umgehen deren offene Aussprache oder die notwendigen Entscheidungen. Sie haben die Macht alles zu entscheiden, es mag dem Unternehmen nutzen, aber was wird dann aus Ihnen. Dann verschließen wir doch lieber die Augen!

Was muss wann, wie und mit wem geschehen? – Raus aus der Sackgasse
Natürlich ist es problematisch nicht zu wissen wie der Krise entgegen zu wirken ist. Welche Schritte muss ich wann, wie und mit wem einleiten? Warum funktioniert das nicht mehr, was Jahrzehnte gut geklappt hat? Muss ich jetzt meinen Platz räumen, der gefühlt ein Leben lang, meiner war? Was fange ich an? Wie geht es weiter mit mir und meinem Unternehmen? All diese Fragen willst du doch erst stellen und überdenken, wenn die Krise da ist! Warum vorher einen Gedanken daran verschwenden, warum nicht große Entscheidungen auf die lange Bahn schieben? Wann soll denn der richtige Zeitpunkt sein? Genau, wann? Sicherlich nicht dann, wenn die Krise, vor der wir gerne die Augen verschlossen haben, da ist. Dabei ist der genaue Zeitpunkt entscheidend, zu dem wir den persönlichen Wandel zulassen und die Richtung anpassen. Raus aus der Sackgasse! Denn der erforderliche Wandel zur Bewältigung einer Unternehmenskrise muss immer bei dem Leader, sprich bei dem starten, der verantwortlich ist. Auch wenn es hart ist, frag dich wer ist für diese Situation verantwortlich: Auch wenn du die Antwort weißt und nicht hören willst, sprich es aus. Denn da genau setzt der Punkt ein, der zum Wandel führt! Die Ursache dafür, dass Wandel ohne Krisen sehr schwierig bis unmöglich ist, liegt in deiner persönlichen Freiheit es nicht tun zu müssen! Aber du kannst es tun! Ja, vielen erscheint es unmöglich, da die Verschmelzung von Unternehmer und Unternehmen bereits seit vielen Jahren vollzogen ist. Es gibt keine Grenzen mehr, die Distanz ist verloren gegangen. Der Mensch identifiziert sich mit der Sache, beide sind eins! Jede Entscheidung ist allein getroffen worden, es fehlt eine übergeordnete Instanz, die streng, aber auch hilfreich sein kann. In der Krise tritt sie heran an den Unternehmer in Form von Banken, Gläubigern, Steuerberatern, Gesetzen, dann gibt es keine freien Entscheidungen mehr. Nur noch Handlungen aus der Notwendigkeit heraus.
Jetzt ist der Zeitpunkt da, an dem Entscheidungen revidiert, Fehler eingeräumt, Hilfe in Anspruch genommen und oftmals auch der Platz geräumt werden muss. Verschließe nicht deine Augen, sonst verlierst du die Macht das Unternehmen selbst zu steuern. Wenn du eine Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung oder Abweichungen vom eigentlichen Ziel erkennst, dann ist es Zeit für eine Anpassung, dann ist es der richtige Zeitpunkt für den Wandel im Interesse deiner Firma da! Jetzt kann die Eskalation noch vermieden werden. Dazu muss auch deine persönliche Bereitschaft zum Wandel zu deinem Programm werden! Zögere nicht dir professionelle Hilfe zu holen. Sorge dafür, dass du auch in Zukunft noch mit Selbstachtung in den Spiegel schauen kannst. Sorge dafür, dass dein Unternehmen eine Zukunft hat. Sei mutig.