Digitale Transformation im Mittelstand, sich neu erfinden kann man lernen - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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Digitale Transformation im Mittelstand, sich neu erfinden kann man lernen

Jede Medienrevolution bewirkt eine Befreiung von der Herrschaft durch die Obrigkeit oder andere große gesellschaftliche Umbrüche. Mit dem Buchdruck 1450 durch Gutenberg und die Reformation 1522 durch Martin Luther begann die Befreiung von der Macht der katholischen Kirche. Die Tageszeitung ab 1650 brachten jedem Bürger die Nachrichten anstatt nur einer Minderheit, größere Bevölkerungsschichten bildeten sich Ihre Meinung über das politische System. Mit dem anschließenden Zeitalter der Aufklärung folgte die Emanzipation des Bürgertums, Entwicklung der Bildungssysteme, Bürgerrechte und allgemeine Menschenrechte. Das Satellitenfernsehen 1960 brachte den Vietnamkrieg in die Wohnzimmer, damit einher gehend waren die Bürgerrechtsbewegungen in USA, die 68er-Bewegung und Revolutionen in Kuba und Algerien. Mit dem Internet 1993 und dem Web 2.0 erfolgte die komplett Wissens- bzw. Informationsdemokratisierung. Das Web 2.0 wirkt sich fundamental auf alle Aspekte der Gesellschaft aus. Es beeinflusst wie Menschen arbeiten, ihr Geld verdienen und ausgeben, wie sie Informationen austauschen, wie in Zukunft gewählt wird und mit wem wir unser Leben teilen. Die Folgen reichen weit in unsere Unternehmen hinein. Google und Apple werden zu Wettbewerbern der Automobilbranche mit selbstfahrenden Fahrzeugen. Uber, Facebook, Amazon und tausende anderer neuer Unternehmen ersetzen Wirtschaftszweige, Konsumverhalten und Lebensweisen.

Wir machen fast alles im Internet. Umgeben von permanent verfügbarer Information werden wir nicht mehr „Daten aus dem Netz laden“, sondern mit Daten im Netz arbeiten, diese nicht lokal verändern und dann weiterleiten, sondern im Netz bearbeiten und parallel mit Dritten in der ganzen Welt, zu jeder Zeit teilen. Bald werden große Teile von Unternehmen zur sogenannten agilen Belegschaft gehören und in digitalen Räumen arbeiten. Die entsprechenden Plattformen werden eine zentrale Rolle übernehmen. Unternehmen müssen auf diesen Plattformen präsent sein, Einfluss auf sie nehmen und durch ihr Engagement diese kontinuierlich wachsen lassen. Eine dieser Plattformen haben wir gerade entwickelt und etablieren sie im Markt: HUNCHSTER.com.

Ich denke, es ist überall in den Köpfen angekommen, dass es technologische Herausforderungen gibt, die angegangen werden müssen. Damit hat das Schlagwort „Digitale Transformation“ seinen Dienst getan. Es kann guten Gewissens ausgemustert werden, es geht um Change! Ein Begriff, der die Herausforderung viel besser umschreiben würde ist meiner Meinung nach „fortschreitende Erneuerung“. Er macht auf der einen Seite klar, dass sich der Veränderungsprozess endlos fortsetzt sowie eine umbrechende, tiefgreifende und ständig zunehmend Dimension hat. Denn genau darum geht es bei den zukünftigen unternehmerischen Herausforderungen durch die Digitalisierung. Die Auswirkungen der Digitalisierung dringen weiter massiv in alle Bereiche der Arbeit, Kommunikation, Produkte und Prozesse ein.

Innovationen sind die Triebfeder für Wachstum und Wohlstand in der Gesellschaft. Sich immer wieder neu erfinden, kann man lernen. Digitale Transformation hat nicht nur mit neuen Technologien, sondern vor allem auch mit einem neuen Denken zu tun. Wie schaffen es Unternehmen sich zu innovieren und eine neue Art der Wertschöpfung zu entwickeln? Wie bauen sie nachhaltige, lebendige Beziehungen zu Kunden, Experten und Partnern auf? Wie agieren sie erfolgreich auf den unterschiedlichsten Märkten? Wie reagieren Sie auf den Wegfall von Handelsstufen, neue Anbieter wie Amazon, Ersatzprodukte wie autonome Fahrzeuge und Mitarbeiter, die andere Lebens- und Arbeitsformen suchen?

Ideen entstehen durch die Kollision von Ahnungen. Entscheidend sind die Menschen, die zueinander finden. Für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle müssen die Unternehmen Anregungen von außen und ihre interne Potenziale nutzen. Nutzen heißt, neue Modelle kontinuierlich in kreativitätsfördernden Formaten zu entwickeln und sie anschließend mit Kunden und Experten zu erproben. Digitale Transformation ist auch Open Innovation und Crowdsourcing, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen, Startups, Universitäten, Freiberuflern, Kunden und Lieferanten. Soziale Medien dienen als Plattformen, um möglichst viele Innovatoren zusammenzuführen und deren Ideen strukturiert zu sammeln und zu bewerten. Die kollektive Intelligenz der Masse ersetzt teure Experten, denn sie bringt umfangreiches Fachwissen und praxisnahe Designkompetenz mit. Auf technischer und ökonomischer Ebene kann die Auslagerung von Aufgaben und Kreativprozessen an die Online-Welt schnell erfolgen.

Die Masse an freiwilligen Arbeitern und das Wegfallen einer Auslagerung an Unternehmen, bedeuten auch geringere Arbeitszeitkosten. Binden Unternehmen externe Denker in ihre Innovationsprozesse ein, können sie Trends schneller erkennen und damit zum Branchenvorreiter werden. Crowdsourcing hat den großen Vorteil, dass Produkte näher am Kunden entwickelt werden. Die Anzahl der Menschen, die sich mit der eigenen Problemstellung befassen, wird drastisch vergrößert. Interne Ideen, die mit mit Externen umgesetzt werden, wären andernfalls vielleicht unerforscht geblieben.

Was bedeutet die digitale Transformation für den Mittelstand, was könnten die konkreten Veränderungen im Unternehmen sein?

  • Entwicklung einer Unternehmensstrategie, die alle Folgen der Digitalisierung sowohl im Marketing, Technologie, der Organisation und Personalentwicklung antizipiert.
  • Nutzung sozialer Medien in der Unternehmenskommunikation, dem Recruiting oder in Marketing und Vertrieb
  • Organisationsentwicklung zur agilen Belegschaft, flache Hierarchien unter Nutzung von Crowdsourcing
  • Einbindung Kunden, Lieferanten und Experten in das Innovieren des Geschäftsmodells, der Produkte und eigenen Dienstleistungen
  • Verwendung Web Plattformen für die Erstellung von Internetauftritten, Einkauf, Verkauf, Open Innovation, Recruiting, ….
  • Digitalisierung aller zukünftig notwendigen Geschäftsprozesse, Nutzung aller Effektivitäts- und Effizienzreserven
  • Nutzung Videotelefonie, Cloud-Storage, CRM, Digitale Bedienungsanleitungen und Trainings mit Videos
  • Kommunizieren außerhalb gewachsener Strukturen und Orientierung nicht an Hierarchien, Regeln und Kontrollen, sonder basierend auf Vertrauen und aktiver Führung
  • Statt E-Mails oder langwierigen Sitzungen eine Kultur der direkten Kontakte und schnellen Entscheidungen aufbauen

Warum kann dieser Changeprozess disruptiv sein, also bestehende Produkte und Dienstleistungen ersetzt? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Beratung aus? Diese Frage möchte ich in einem nächsten Blogbeitrag untersuchen.