Die Suche nach dem Sündenbock, das ausgediente Führungsmodell! - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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Die Suche nach dem Sündenbock, das ausgediente Führungsmodell!

Die Suche nach dem Sündenbock, das ausgediente Führungsmodell!

Fremde Fehler beurteilen wir wie Staatsanwälte, eigene wie Verteidiger! – wer kennt das nicht?

Und Schuld sind sowieso immer die Anderen oder im ungünstigsten Fall die Umstände oder gar der liebe Gott! Das können inkompetente Kollegen, die böse Konkurrenz, sturrköpfige Verhandlungspartner, fehlende Unterlagen, Krankheit, Wetter und, und, und sein. Du selber stehst gerne ganz am Ende der Aufzählungskette. Klar, das ist menschlich, sozusagen normal. Wer gibt schon gerne zu, selbst der Verursacher des geschossenen Bocks zu sein? Da ist es doch weitaus einfacher sich einen anderen Sündenbock zu suchen.

Aber wie schaffst du es innerhalb des Unternehmens nicht stets nach einem Sündenbock (kommt übrigens ursprünglich aus dem AT und dem jüdischen Glauben) für misslungene Aktionen zu suchen?
So und wen schicke in nun für seine Fehler in die Wüste (dorthin wurde nämlich bekanntermaßen der Bock, der durch Handauflegung die Sünden der Menschen übernehmen musste geschickt)? Denn wenn du es nicht lernst, eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit Fehlern und Missgeschicken zu praktizieren, sondern eher einen hohen Erfolgsdruck an dich und deine Mitarbeiter herrschen lässt, dann brauchst du einen Sündenbock, der das trägt, was verbockt wurde.
Aber merke: Je größer die Angst vor Fehlern, die Konsequenzen nach sich ziehen, ist, desto schneller passieren eben genau die Fehler oder gar andere, denn Bestrafung von Fehlern erzeugt Angst vor Fehlern. Deshalb benötigt dein Unternehmen eine konstruktive Fehlerkultur.
Wer kennt das nicht von Kindesbeinen an – Fehler = Versagen, Fehler = Häme, Standpauke, Bestrafung, Fehler = Schuld. Natürlich will niemand Fehler machen und kein Unternehmen will Fehler hinnehmen. Aber Fehler sind auch eine Konsequenz unserer Entscheidung. Dennoch nimmt zu viel Vorsicht, zu viel Angst vor Fehlern dem Einzelnen auch positive und kreative Energie, die an anderer Stelle fehlt.

Fehler können auch Lösungen aufzeigen

Misslingt eine Sache, so wissen wir genau, dass Konzept, Strategie, Theorie etc. nicht funktioniert haben. Dieses sogenannte negative Wissen darum, hindert uns oftmals daran den gleichen
Fehler zweimal zu machen! Das bedeutet gibt dem Mitarbeiter Raum durch seine Fehler zu lernen, lebe als Unternehmer selbst einen konstruktiven Umgang mit den Fehlern vor. Denn geht die Führungskraft aufgeschlossen mit ihren eigenen Fehlern um, spiegelt sich das im Verhalten der Mitarbeiter wider. Auch du als Führungskraft oder Chef des Unternehmens stehst unter permanenten Druck und bist in die Fehlerkultur des Unternehmens eingebunden. Also stehe zu selbst verschuldeten Fehlern, analysiere sie allein oder gemeinsam und schiebe sie unter keinen Umständen auf die Mitarbeiter ab! Suche nach geeigneten Maßnahmen den Fehler nicht ein weiteres Mal zu begehen. Lass deinen Fehler Vorbote einer Lösung sein!

Denn wer glaubt er sei unfehlbar, macht schon den Fehler der Selbstüberschätzung.

Den größten Fehler, den ein Mitarbeiter machen kann, ist, immer Angst zu haben

Deshalb nimm deinen Mitarbeitern die Angst, Fehler zu machen. Geh offen und konstruktiv mit Fehlern um, denn wo Menschen arbeiten, werden auch Fehler gemacht. Natürlich ist dies nicht als Freibrief für Nachlässigkeit zu sehen, natürlich erwartet jeder Sorgfalt und Qualität von den Mitarbeitern, dennoch sind Fehler eben nicht immer ganz auszuschließen. Aber gehe erst einmal neutral mit dem Bericht des Mitarbeiters um, höre dir an, was er zu sagen oder zu erklären hat. Versucht gemeinsam das Positive zu sehen, nämlich die Möglichkeit aus diesem Fehler zu lernen, sich zu verbessern! Suche nach Lösungen und Gegenmaßnahmen! So braucht der Mitarbeiter keine Angst zu haben oder zu versuchen, den Fehler zu vertuschen oder auf andere zu schieben.
Sei kein Vorgesetzter, der beim Auftauchen eines Fehlers im Unternehmen zuerst den Schuldigen sucht, anstatt die Ursachen methodisch sauber zu analysieren. Kann es dir passieren, dass du einen Fehler zu einer Generalverurteilung eines oder mehrer Mitarbeiter hochspielst? Nein, so soll nicht sein.
Wir wissen, dass es selten einen tatsächlichen Nutzen hat, einen Sündenbock zu suchen, es geht letztlich nur darum, gesteckte Ziele zu erreichen und jeden Einzelnen mit seinen Aufgaben und seinen Fehlern wachsen zu lassen. Also toleriere es nicht, wenn Mitarbeiter Fehler vertuschen wollen oder Schuldzuweisungen aussprechen! Sondern kümmert euch gemeinsam um die Gründe für getane Fehler.

Eine positive und konstruktive Fehlerkultur im Unternehmen wirkt innovativ- und leistungssteigernd

Wer Fehler machen darf, übernimmt auch gerne Verantwortung innerhalb des Unternehmens. Um Konflikte und Schuldzuweisungen für die Verantwortlichen zu umgehen, ist es wichtig, exakte Aufträge und Anweisungen zu geben, damit der Verantwortliche weiß wie er entscheiden und handeln kann, will oder muss. In dieser offenen Kommunikation steckt viel Handlungspotential, denn so werden Strategien, Pläne, Fortschritte, aber auch Probleme und Hindernisse offen ausgesprochen. Der Verantwortliche weiß um seine Pflichten und kann entsprechend agieren. Er weiß aber auch, inwieweit er innovative Arbeitsweisen und Ideen einbringen darf. Er wird dadurch nicht nur leistungsstärker, sondern auch bereiter immer mehr Verantwortung, sprich Aufgaben zu übernehmen. Durch ein gesundes und regelmäßiges Feedback kann er an seinen Aufgaben wachsen und vergiss nie, dass der, der die Laterne trägt, leichter stolpert als der, der ihr folgt!

Besonders heute bist du als Führungskraft gefordert wegen der sich ständig weiter entwickelnden Technologien und Prozesse und des extrem hohen Veränderungsdruck in Changeprojekten anders mit Fehlern umzugehen. In Zeiten des Wandels musst du lernen dies professionell und agil zu tun, denn die Suche nach dem Sündenbock ist ein ausgedientes Führungsmodell. Führungskräfte haben die Aufgabe, bei den Mitarbeitern ein Leuchtfeuer zu entzünden, die Bindungskraft zum Unternehmen zu erzeugen und den Wunsch zu wecken gerne die Laterne zu tragen.