Tugenden und Unternehmensführung - leben wir etwa im 19. Jahrhundert? - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
15727
post-template-default,single,single-post,postid-15727,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,side_area_uncovered_from_content,qode-theme-ver-1.0,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive

Tugenden und Unternehmensführung – leben wir etwa im 19. Jahrhundert?

Tugenden und Unternehmensführung – leben wir etwa im 19. Jahrhundert?

Tugend als Begriff

Der Begriff „Tugend“ ist abgeleitet von „Taugen“, d.h. sprechen wir davon, dass jmd. Tugend besitzt, so bedeutet das nichts anderes als dass er etwas taugt bzw. nützlich für eine Sache ist. Tugend ist also eine nützliche, herausragende Eigenschaft und vorbildliches Verhalten an dem andere sich orientieren können. Ist positiv belegt – klar, aber auch irgendwie langweilig! Klingt nach angepasstem Verhalten.

Ich will mich in diesem Blogbeitrag nicht an eine detaillierte Definition des Tugendbegriffs heranwagen, denn dies ist ein schillernder Begriff, der viele unterschiedliche Assoziationen im Blick auf die vielfältigen Lebens- bzw. Religionsgemeinschaften und Kulturen zulässt (z.B. weibliche Tugenden, ritterliche Tugenden, bürgerliche Tugenden, christliche Tugenden…)

Tugend im Familienunternehmen

Übertragen auf Familienunternehmen sind es allerdings eher die Tugenden und Werte wie Innovation, Kunden- und Mitarbeiterorientierung, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen in die eigenen Stärken sowie Erkennen und Abstellen der eigenen Schwächen. Mit tugendhaftem Verhalten verbessert der Unternehmer die Voraussetzungen für den Erfolg seiner Firma bis hin zur Verbesserung seines Arbeits- und Lebensumfeldes. Es bedeutet aber auch insbesondere Arbeit an sich selbst nützlich für andere. Das heißt nichts Geringeres, als dass der Unternehmer bei allen Aktivitäten für das Unternehmen auch immer sich und sein Handeln im Blick auf die Menschen um ihn herum und die von seinen Entscheidungen Betroffenen im Blick haben muss!

Erfolge werden gemessen

Dennoch darf sich der erfolgreiche und tugendhafte Unternehmer nicht nur auf den einzelnen Menschen fokussieren und sich von ihm abhängig machen, sondern er muss immer auch auf Systeme und Strukturen bzw. bekannte Prozesse vertrauen und für deren Umsetzung die richtigen Personen einsetzten und werden ihre Strukturen und Regeln entsprechend definieren, so dass alle diesen halbwegs freiwillig folgen werden. Ein Unternehmer wird von seiner Umgebung vor allem an seinem Erfolg gemessen und bewertet. Deshalb wird er stets sein Augenmerk auf Dinge wie Erfolgsbewertung, Mitarbeiter- und Kundenbefragung, Marketingaktivitäten sowie Produktqualität legen.

Ideen und Visionen

Tugendhafte Unternehmer haben Ideen und Visionen und nicht nur messbare Ziele vor Augen. Messbare Ziele nötigen Mitarbeitern oftmals noch mehr messbare Leistungen ab, erhöhter Leistungsdruck bedeutet nicht gleichzeitig auch eine erhöhte Unternehmensentwicklung. Im Gegenteil: gut und tugendhaft geführte Mitarbeiter setzten gesteckte Ziele mit ihrer Routine und ihrem Vermögen freiwillig und gerne um, wenn sie die Ideen und Visionen dahinter erkennen oder gar selbst mit entwickeln. Mitarbeiter unterstützen gerne gute Ideen und können sich auch leidenschaftlich mit einer unternehmerischen Vision identifizieren, so dass sie auch in Krisenzeiten den Unternehmer unterstützen und ein Erfolgsgarant sein können.

Lebensqualität als Gegenpol

Um nicht ins Extreme abzudriften braucht jeder tugendhafte Unternehmer in seiner Arbeitsweise einen gesunden Gegenpol. Und dieser besteht in der Lebensqualität des Unternehmers und aller Beteiligten. Die persönliche Lebensqualität aller in all ihren Facetten muss immer die höchste Motivation des Unternehmers sein. Das heißt, er darf z.B. nicht den Gewinn als höchstes Gut ansehen, denn das würde bedeuten, dass es ihm nur um Arbeit und Leistung geht. Er darf nicht nur darauf fokussiert sein, möglichst schnell und viel zu verkaufen oder zu produzieren, sondern er muss seine Verkaufsstrategien den sich wandelnden Märkten anpassen und somit seinen Mitarbeitern die Chance geben sich mit dem veränderten Marketing vertraut zu machen. Nur dann werden Qualität und Kontinuität der Leistungen garantiert sein, gepaart mit Motivation und Freude. Nur dann werden die im Businessplan festgelegten Ziele, Wachstumspläne und Perspektiven erfolgreich umgesetzt werden können. Nur dann wird die Firma eine positive Entwicklung nehmen.

Tugendhafte Unternehmer

Tugendhafte Unternehmer werden sich nicht aus Angst, Ignoranz oder Unwissenheit einem soliden Businessplan gegenüber verschließen. Tugendhafte Unternehmer werden sich beraten und beraten lassen und Ratschläge durchdenken und annehmen. Tugendhafte Unternehmer werden immer auch an der Firma, und nicht ausschließlich in der Firma arbeiten. Tugendhafte Unternehmer werden nicht ausschließlich im Tagesgeschäft tätig sein, sondern werden strategische Maßnahmen ergreifen und so die Entwicklung des Unternehmens erfolgreich vorantreiben.

Tugenden haben schon immer zu Höchstleistungen angespornt und für Begeisterung sowie Zufriedenheit gesorgt. Bestimmt ist gerade heute im 21. Jh. der Begriff der Tugendhaftigkeit in disruptiven Zeiten sehr wertbeständig.