Harry B. im Meeting: besser ist, er ist nicht dabei! - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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Harry B. im Meeting: besser ist, er ist nicht dabei!

Harry B. im Meeting: besser ist, er ist nicht dabei!

Crazy – Harry B. im Meeting

Es soll tatsächlich Unternehmen geben, da gibt es Meetings mit einer Agenda, mit klaren Strukturen und brauchbaren Ergebnissen!

Aber hallo – nicht mit Harry B. Harry B. braucht  keine Agenda, er weiß, was wichtig ist – und zwar immer! Zumindest glaubt er es. Er gibt vor, was an wichtigen Themen angesagt ist, seine Themen werden zwangsweise zu den Themen aller. Sein Motto: „Wozu brauchen wir so was wie eine Agenda?“  Ja, Harry B. weiß ganz genau, wie es geht.

Besser ist, er ist nicht dabei.

Ach, wie  schön ist es, wenn der Familienunternehmer einmal durch Abwesenheit glänzt. Das sind dann die besten Meetings: strukturiert und geprägt durch Entscheidungen, die tatsächlich gefällt werden. Und am allerbesten ist es, dass er im Nachhinein seine Ausbootung meist gar nicht bemerkt. Aber normalerweise ist er dabei. Natürlich kommt er immer zu spät, und dann:  egal an welcher Stelle die Diskussion sich gerade befindet, er fängt wieder von vorne an. Stellt Fragen, die bereits beantwortet sind, erfindet das Rad ganz neu und registriert gar nicht, dass die Schilderung des Problems eigentlich ausschließlich die Profilierung seiner Meinung ist. Dass die  Mitarbeiter genervt sind, bemerkt er in seiner Selbstverliebtheit gar nicht. Verlorene Zeit, verschwendete Energie, alles nicht sein Problem.

Niemand hat ihn je an einem Flipchart gesehen.

Natürlich wird Frau Biederstätt angewiesen keinerlei Getränke anzubieten, damit es für die anderen Teilnehmer bloß nicht zu gemütlich ist, aber für sich selber schickt er Frau Biederstätt schon einmal gerne zum Kaffee holen, selbstredend mit der Frage in die Runde:“Sonst möchte bestimmt niemand etwas, das hält nur auf!“ Und dann folgen ellenlange Monologe, Vorträge und Selbstdarstellungen, für die er die uneingeschränkte Aufmerksamkeit seiner Zuhörer erwartet. Niemand hat ihn je an einem Flipchart gesehen, um Themen zu erklären, nein, er umschreibt alles umständlich und verworren. Die Mitarbeiter brauchen meist sehr lange, um zu verstehen, was er meint, wenn es ihnen überhaupt gelingt. Natürlich ist er nie vorbereitet:“Ein Harry B. macht alles aus dem Effeff!“ – Meint er!

Die Mitarbeiter fühlen sich schnell genervt.

Ergibt sich die für ihn lästige Notwendigkeit, dass mal einer seiner Mitarbeiter eine Thematik vorbereitet hat und dies präsentieren will, kommt dieser meist maximal bis zur 2. Folie, denn dann schießt Harry B. wieder aus der Hüfte und übernimmt selbstredend das Kommando auf seinem Flaggschiff, ohne Rücksicht auf Verluste. Schnell ist dann eine Themenverschiebung da, denn turnusmäßig und mit größter Selbstverständlichkeit ruft er Themen auf, die schon mehrfach abgehandelt und final entschieden wurden, aber sie gehören halt zu seinen Lieblingsthemen. Er liebt die Wiederholung für ihn wichtiger Themen ohne wirklich weiter zu kommen.

Die Mitarbeiter fühlen sich schnell genervt und gelangweilt, aber dass stört einen Harry B. nicht. Nach dem Motto:“Ich bin der Chef, ich weiß, was Sache ist!“

Jede Generation hat ihre Mission und jede Mission geht einmal zu Ende.

Zuschauer haben das Gefühl, dass er einfach nur unterhalten will und unterhalten werden will. Für die Entwicklung der Firma ist das schädlich und stört bedenklich sämtliche Fortschritte und  Innovationen. Verantwortungsvolle und gute Mitarbeiter werden unzufrieden und verlassen auch schon mal das Unternehmen. Doch niemand traut sich, ihm zu sagen, dass er sich auf seine Kernkompetenz den Kundenkontakt sein Netzwerk konzentrieren soll. Vielleicht ist seine Zeit als Unternehmer vorbei? Jeder Wahnsinn hat mal ein Ende! ODER: Jede Generation hat ihre Mission und jede Mission geht einmal zu Ende.