Steht hinter dem erfolgreichen Unternehmer eine starke Partnerin oder das Mädchen für alles? - DR. HABICHT | Unternehmensentwicklung
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Steht hinter dem erfolgreichen Unternehmer eine starke Partnerin oder das Mädchen für alles?

Steht hinter dem erfolgreichen Unternehmer eine starke Partnerin oder das Mädchen für alles?

Dem Gründer und somit meist Unternehmensführer wird in der Regel der Hauptanteil am Erfolg der Firma zugesprochen. Klar, der Patriarch steht im Rampenlicht, führt die Gespräche und Verhandlungen, trifft die Entscheidungen und, und, und. Doch wir sollten uns hüten, die Lenkung der Firmengeschicke innerhalb des Familienunternehmens nur auf den männlichen Part zu beschränken. Denn das Familienunternehmen besteht meist aus mehreren Familienmitgliedern, die alle ihre Verantwortungsbereiche haben.

Welche Rolle kommt nun der Ehefrau oder Partnerin zu? Meistens wird sie auf die Position der „unsichtbaren“ sprich im Hintergrund auch Hinterzimmer agierenden Akteurin reduziert. Gerne schlüpft sie auch freiwillig in die Rolle der Buchhalterin, schreibt Angebote oder Rechnungen, hält unangenehme Telefonate oder Personalgespräche vom Chef fern. Tut sie dies nicht freiwillig so doch oft aus der Notwendigkeit heraus, dass dies erforderliche Aufgaben sind, und der Partner oftmals durch seine persönliche Stärke sie in die vermeintlich schwächere Position in den Hintergrund drängt. In jungen Jahren hat sie sich drängen lassen und trotzdem vielleicht am Aufbau der Firma, an deren Entwicklung mitgearbeitet. Nun ist es ihr nicht mehr möglich, diese Rolle abzulegen und die Hierarchien innerhalb des Gefüges zu verändern. Ihre Rolle findet innerhalb des Unternehmens bei Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten weniger Beachtung als die Position ihres Ehemanns oder Partners.

Viele Frauen haben in das Unternehmen eingeheiratet, sind  vielleicht auf die Position der Schwiegermutter gerückt, schon hieraus ergibt sich eine untergeordnete Rolle. Vielleicht fehlt ihr auch die eigene Identität mit dem Unternehmen. Ihre Aufgaben erfordern eher Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit, Kreativität gleich null. Darf oder muss sie betriebsinterne und betriebsrelevante Entscheidungen treffen? Hat sie Mitspracherecht bei Personalfragen? Darf sie vielleicht sogar eigene ohne vom Patriarch abgesegnete Entscheidungen treffen, d.h. wie ist ihre soziale Positionierung innerhalb der Firmenhierarchie? Genießt sie den Respekt und das Ansehen der Mitarbeiter und natürlich des Ehemann oder Partners in seiner Rolle als Chef? Oder ist sie eben nur sein Anhängsel, sprich die Frau des Chefs?

In frühen Jahren, wenn die Kinder klein sind, wird sie automatisch Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben. In jedem Fall wird sie immer ein gewisses Gefühl von  schlechtem Gewissen spüren und wissen, dass sie nicht allen und allem gerecht werden kann.

Stellt sie sich je die Frage, ob sie zufrieden und glücklich mit ihrer Rolle ist oder ob sie lieber eine andere Tätigkeit ausüben möchte! Genügt es ihr, bei offiziellen Anlässen an der Seite ihres Partner zu präsentieren, seine Geschäftspartner und Kunden entsprechend zu hofieren, über seine Witze, die sie alle längst kennt, zu lachen oder möchte sie sich selbst verwirklichen, ihren Weg gehen, nach dem sie vielleicht niemals gefragt wurde!? Wird sie vom eigenen Mann/Partner degradiert? Arbeitet sie vielleicht nur halbtags mit? Muss sie mittags zwischen 12:00 und 14:00 Uhr nach nebenan, sprich nach Hause gehen und für das Mittagessen sorgen, „freitags immer Fisch“, das ihr Gatte täglich pünktlich um 13.00 Uhr einnehmen möchte!? Bezieht sie ein „echtes Gehalt“ oder ist sie nur ein „Steuervorteil“ für das Unternehmen? Wird sie von ihrem Mann als Partnerin betrachtet, vor allem auch im Unternehmen oder ist sie eine von seinen „Angestellten“, die seine Anweisungen und Launen ertragen muss?

Muss sie bei den Mitarbeitern und Kunden die Kastanien aus dem Feuer holen und kleine Brötchen backen, wenn der Chef mal wieder etwas verbockt hat? Ist sie sein Schatten oder eher sein Coach und Sparringpartner und darf ihm durchaus auch mal den Spiegel vorhalten? Auch dann, wenn es für den Chef unangenehm sein wird!

All diese Fragen drängen sich mir auf, wenn ich über die Rolle der Partnerin im Unternehmen nachdenke! Es geht darum zu überlegen, welche Schnittstellen es zwischen den Positionen  Ehefrau sein – Unternehmen – Familie gibt und welchen Stellenwert bzw. wie viel Zeit die einzelnen Aspekte einnehmen und wie viel Engagement sie dafür aufbringt?  Andererseits gibt es für mich niemand Besseren als die Ehefrau oder Partnerin, die dem ganz oben im Unternehmen stehenden Patriarchen einmal darauf aufmerksam macht, wie er und sein Handeln wirken. Das kann unter Umständen soweit gehen, dass sie ihm sagt:“ Mein Schatz du bist ein A….!“ Aber ein reinigendes Gespräch kann für alle Beteiligten eine Riesenchance sein! Denkt darüber nach!

Denn hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.